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Begegnung am Wasserfall

Eigentlich wollte ich an diesem Nachmittag nur ein paar Fotos machen...


Ein paar Tage zuvor war mein neuer, flauschiger Tail angekommen und natürlich konnte ich es kaum erwarten, ihn das erste Mal richtig in Szene zu setzen. Also schnappte ich mir Kamera, Stativ und meine Hood und suchte mir unter der Woche einen ruhigen Ort in der Nähe.

Es war ein ganz normaler Dienstagnachmittag. Entsprechend rechnete ich damit, dort für eine Weile ganz alleine zu sein.


Und tatsächlich – zunächst war niemand unterwegs.

Ich wartete noch einen Moment, baute dann in aller Ruhe mein Stativ auf, positionierte die Kamera, setzte Hood und Halsband auf und begann mit den ersten Bildern.


Etwa zwanzig Minuten später stand plötzlich ein kleiner Hund neben mir.

Mein erster Gedanke war nicht etwa "Ach, süss."

Sondern eher:

"Oh Mist. Jetzt musst du erklären."


Als ich mich umdrehte, stand die Besitzerin nur wenige Meter hinter ihrem Vierbeiner. Mit diesem typisch schweizerischen Blick, den vermutlich jeder hier kennt. Nicht unfreundlich, aber neugierig. Und vielleicht auch ein kleines bisschen skeptisch.


Ihre erste Frage kam direkt:

"Was machen Sie da?"


Ich musste schmunzeln.

"Na ja... Fotos."


Darauf folgte natürlich die eigentliche Frage. Was es denn mit der Maske, dem Halsband und dem Schwanz auf sich habe. Und genau dort passierte etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte.


Aus einer kurzen Nachfrage wurde ein richtig schönes Gespräch.

Ich erzählte ihr, dass Puppy Play für mich viel mehr ist als etwas, das man vorschnell in eine Schublade stecken sollte. Dass die Hood für mich Ruhe bedeutet. Abstand vom Alltag. Die Möglichkeit, für einen Moment weniger nachzudenken und einfach im Hier und Jetzt zu sein. Vielleicht ist es auch eine Form des künstlerischen Ausdrucks. Ehrlich gesagt kann ich das selbst nicht immer in einem einzigen Satz erklären. Und das muss ich vielleicht auch gar nicht.


Als wir uns verabschiedeten, sagte sie etwas, das mir bis heute in Erinnerung geblieben ist:

Sie erzählte, dass sie regelmässig in dieser Gegend wandern gehe und dabei jedes Mal etwas Neues sehe oder lerne. Sie bedankte sich für das offene Gespräch, wünschte mir noch einen schönen Tag und zog weiter.


Zurück blieb ich mit einem Lächeln.

Nicht wegen der Fotos. Sondern weil an diesem Nachmittag zwei Vorurteile gleichzeitig ein kleines Stück kleiner geworden waren.

Sie hatte vermutlich nicht erwartet, einem roten Puppy mitten im Wald zu begegnen.

Und ich hatte erwartet, sofort in eine Schublade gesteckt zu werden.

Stattdessen haben wir einfach miteinander gesprochen.


Seit diesem Tag gehe ich deutlich entspannter mit solchen Begegnungen um. Natürlich gibt es Menschen, die mit Puppy Play nichts anfangen können. Das ist völlig in Ordnung. Meine Erfahrung ist aber, dass ehrliche Neugier oft viel häufiger vorkommt als Ablehnung – vorausgesetzt, beide Seiten sind bereit, sich einen Moment Zeit füreinander zu nehmen.


Manchmal beginnt Verständnis eben nicht mit einer grossen Diskussion.

Sondern mit einem einfachen:

"Was machen Sie da?"



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© Pup Snufkin

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